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Richtig lüften und heizen

Für ein hygienisches und gesundes Raumklima am Arbeitsplatz und in Räumen mit größerem Publikumsverkehr

Gut gelaunte Menschen an einem Konferenztisch sitzend

„Es ist noch niemand erstunken, aber schon viele erfroren.“ Wer kennt diesen Satz nicht, wenn es ums Lüften geht? Dabei ist eine gute Raumluft mitverantwortlich für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Gerade in Büros, Schulen, Universitäten und Kindergärten, in denen sich viele Personen aufhalten, sollte für regelmäßige Frischluft gesorgt werden. „Verbrauchte“ Luft ist angereichert mit CO2, flüchtigen organischen Verbindungen, u.U. Schadstoffen und Feuchtigkeit und nicht selten die Ursache für Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und sogar Schimmelbildung.

Gefahr von Schimmelbildung

Je nach Lufttemperatur kann die Luft mehr oder weniger Wasserdampft aufnehmen. Steigt die Luftfeuchtigkeit zu stark an oder fällt die Lufttemperatur ab, schlägt sich Kondens- oder Tauwasser an den kältesten Oberflächen des Raumes, z.B. an Spiegeln, Fensterflächen, Raumecken oder an Flächen mit wenig Luftbewegung, z.B. hinter Schränken, nieder. Laut DIN 4108 „Wärmeschutz im Hochbau“, Teil 2 liegt die kritische Oberflächentemperatur in Bezug auf Schimmelbildung bei 12,6 °C.

Diesen Vorgang kann man auch beobachten, wenn ein Brillenträger im Winter von draußen kommend einen warmen Raum betritt. Die Brille beschlägt, weil die warme Raumluft im Bereich der Brille abgekühlt wird. Da kältere Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, kommt es zu Tauwasser auf den Brillengläsern. Auch bei Fenstern mit Einscheibenverglasung, an denen wegen der kalten Oberfläche häufig Wasser kondensierte, war dies früher regelmäßig zu beobachten. Genauso verhält es sich auch bei kalten Bauteilen. Warme, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft trifft auf ein unzureichend gedämmtes Bauteil, kühlt ab und gibt Feuchtigkeit in Form von Tauwasser ab.

Da Schimmelpilze für ihr Wachstum Feuchtigkeit benötigen, gilt es die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten und ggfs. durch lüften zu reduzieren. Die Luftfeuchtigkeit bei einer Raumtemperatur von 20 °C liegt optimaler Weise zwischen 40 % und 50 %.

Richtiges Lüften und Heizen senkt Gesundheitsrisiko und Heizkosten

Kontrollieren Sie mit einem handelsüblichen Hygrometer regelmäßig die Luftfeuchtigkeit Ihrer Räume. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, muss gelüftet werden und überschüssige Feuchtigkeit nach draußen transportiert werden. So können Sie effektiv die Schimmelpilzbildung vermeiden und das damit verbundene Gesundheitsrisiko minimieren.

Regelmäßiges und ausreichendes Lüften ist also unabdingbar. Nachfolgend einige Tipps:

So lüften Sie richtig:

  1. Lüften Sie Räume je nach Nutzung mehrmals täglich (Stoß- oder Querlüftung):
    Büroräume stündlich ca. 3 Minuten
    Gruppenräume von Kindergärten mind. alle 2 Stunden ca. 5 Minuten
    Klassenräume in jeder Pause ca. 3 Minuten
  2. Lüften Sie immer bei vollständig geöffnetem Fenster (Stoßlüftung). Nur so ist ein kompletter Luftaustausch in kurzer Zeit möglich. Öffnen Sie nach Möglichkeit zusätzlich die Innentüren und lüften Sie quer, um die Effektivität des Lüftens noch zu erhöhen.
  3. Kipplüften dauert erheblich länger und erhöht dadurch den Wärme- und Energieverlust erheblich. Daher während der Heizperiode keine Kipplüftung anwenden.
Querlüftung
Querlüftung
Stoßlüftung
Stoßlüftung
Kipplüftung
Kipplüftung

So heizen Sie richtig:

  1. Heizen Sie alle Räume auf mindestens 16° Celsius - auch solche, die Sie nicht benutzen, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
  2. Halten Sie die Türen zu weniger beheizten Räumen geschlossen - bei geöffneten Türen strömt warme Luft in das kühlere Zimmer und kondensiert dort: Gefahr von Schimmelbildung.
  3. Drehen Sie während des Lüftens die Heizkörperventile runter.
  4. Senken Sie über Nacht die Heiztemperatur.
  5. Achten Sie darauf, dass die Heizkörper nicht durch Vorhänge oder Möbel verdeckt werden. Zu Heizkörper und Boden sollte ein Mindestabstand von 10 cm eingehalten werden, um einen Luftaustausch gewährleisten zu können.



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